ADFC RG Stralsund-Rügen • Walter Günther • Am Rostocker Werk 1 A    18437 Stralsund

 

An den Präsidenten der Bürgerschaft

der Hansestadt Stralsund, Herrn Peter Paul

Rathaus

Alter Markt

18439 Stralsund

 

Betreff: Anfrage zum Verkehrskonzept Altstadt Stralsund – offener Brief

 

Sehr geehrter Herr Paul,

 

seit zwei Jahren gibt es innerhalb des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) eine Regionalgruppe Stralsund-Rügen. Wir setzen uns in ehrenamtlicher Arbeit u.a. dafür ein, die Verhältnisse für Radfahrer zu verbessern. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute Infrastruktur, ein gut ausgearbeitetes Radverkehrsnetz und vor allem Platz für Radfahrer dazu einladen, vermehrt das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. In der Stadt Stralsund ist in dieser Hinsicht schon einiges getan worden, aber es besteht auch noch viel Verbesserungsbedarf.  Mit Autos vollgestopfte, schmale Altstadtstraßen, sei es im bewegten oder im ruhenden Verkehr, sind für Radfahrer nicht gerade attraktiv. Sie stellen zudem ein nicht unerhebliches Konflikt- und Sicherheitsrisiko dar. Wir setzen uns aber auch für Maßnahmen ein, die nicht primär dem Radverkehr dienen, sondern das Ziel haben, den  Autoverkehr – dort, wo er durch Fuß- und Radverkehr sowie den ÖPNV zumindest teilweise ersetzt werden könnte – generell zu reduzieren. Gerade durch einen attraktieveren Nahverkehr könnte viel zur Reduzierung des Autoverkehrs im Stadtzentrum getan werden.

 

Der Straßenverkehr in der Stralsunder Altstadt ist ein Problem, mit dem sich Bürgerschaft und Verwaltung schon lange auseinandersetzen. Gegenwärtig basiert dies nach unserer Kenntnis auf einem fortgeschriebenen Konzept vom April 2013. Es ist auf der Internetseite der Hansestadt auch aktuell für jedermann einsehbar.

 Inzwischen sind über fünf Jahre vergangen. Es geht uns jetzt um ein Resümee.Uns ist  dabei klar, dass ein Konzept kaum strikt eins zu eins umgesetzt werden kann. Dennoch sollte, wenn es nicht ganz umsonst gewesen sein soll, das damit verfolgte Ziel einer deutlichen Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs nach und nach erkennbar werden.

In diesem Konzept ist auch eine ganze Reihe sehr konkreter Maßnahmen aufgeführt. Deren Bedeutung ergibt sich aus den jeweils erwarteten Wirkungen (sehr hoch, hoch, mittel...) und der zeitlichen Einordnung der Durchführung. Sofern dabei nicht umfangreiche Bauarbeiten mit entsprechender Vorbereitung erforderlich werden, gehen wir eigentlich davon aus, dass diejenigen Einzelmaßnahmen mit hoher Priorität behandelt wurden, die auch die höchste Wirkung versprechen.

 

In einigen offenkundigen Fällen ist es uns selbst möglich festzustellen, ob bestimmte Maßnahmen bisher erledigt wurden oder nicht. In anderen Fällen ist dies nur schwer erkennbar. Überhaupt nicht kann man die konkret eingetretenen Wirkungen bei realisierten Maßnahmen erkennen, sofern dazu die Zählung von tatsächlichen Verkehrsströmen u .ä. objektive Fachuntersuchungen erforderlich wären. Ebenso wenig lassen sich die Gründe erklären, wenn bestimmte Maßnahmen nicht mehr auf der Agenda stehen.

 

Dies voraus geschickt, bitten wir Sie um die Beantwortung folgender Fragen:

 

                    Wie beurteilen Sie den Ausführungsstand des Konzeptes bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt?

                    Wo gibt es aus Ihrer Sicht besondere Probleme, die der Realisierung von konkreten Einzelmaßnahmen bisher im Wege stehen?

                    Welche Einzelmaßnahmen sind vorbereitet, um sie demnächst auszuführen?

                    Welche Maßnahmen wurden inzwischen teilweise oder ganz gestrichen und warum?

                    Gibt es eine konkrete Wirkungsanalyse der bisher unternommenen Maßnahmen und falls ja, wo wurde diese veröffentlicht?

 

Ihren Auskünften sehen wir mit großem Interesse entgegen und  danken schon jetzt für Ihre Bemühungen.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

Walter Günther

Vorsitzender ADFC Stralsund-Rügen

 

Dieser Brief geht gleichlautend an die Fraktionen der Bürgerschaft.

 

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